Wir stellen vor: Fnessnej
6. Aug 2010 von Kerstin R.
STAY FRESH, EY fordern uns die vier Jungs um Fnessnej mit ihrem Debüt auf. Wir sind dem Imperativ gefolgt und haben gleichzeitig auch mal die Band beschnuppert und ihre Frische getestet.
Oberflächlich betrachtet fällt zunächst dieser unaussprechliche, zungenbrechende Name Fnessnej auf. Gott sei Dank schafft die Band mit Lautschrift im Booklet der Platte Abhilfe – sprich [,fnez’nei]. Man könnte aber durchaus auch vermuten, dass dieses komplizierte Wort in Verbindung zur Musik der Band steht. Denn tatsächliche Worte finden sich spärlich bis gar nicht in den manchmal weirden, manchmal eingängigen Soundcollagen. Worte lenken nur ab oder sind dann eventuell auch wieder viel zu oberflächlich. Die Darmstädter kommunizieren eben anders und so scheint auch der Name in diesem Kontext völlig logisch.
Dieser Ansatz wird in ihrer Musik weiter ausgebaut. Beinahe überbordend experimentell und kreativ wirken ihre Songs (und auch deren Titel), die immer so eine elektronische Tanzbarkeit aufweisen, aber unter der Oberfläche auch mal akustische Anleihen, romantische Parts oder eine gewisse Poppigkeit erkennen lassen, dabei nie traditionellen Strukturen folgen, sondern eben tatsächlich wie Collagen wirken. Jeder gibt seinen Senf dazu, was nicht weiter verwundert, da die vier Mitglieder mittlerweile alle Multiinstrumentalisten sind. So wurde auch die konventionelle Bandhierarchie völlig aufgelöst und lässt Benjamin Bascom, Emanuel Bechthold, Philip Koslowski und Nico Petry live und auf Platte zu einem produktiv wuselnden Quartett werden, das sich durch elektronische und akustische Instrumente spielt. Das Hören macht einfach unglaublich viel Spaß, da ständig neue Details entdeckt werden können. Genauso einfallsreich gestaltet sich aber auch das Coverartwork zum Debüt, denn zu jedem ihrer Songs hat ein anderer lokaler Künstler ein Bild gestaltet, so dass sich auch hier wieder neue Ebenen und Kommunikationsformen erschließen. Die Jungs von Fnessnej lassen die Kunst für sie sprechen. Sie sind rätselhaft, spannend und immer wieder neu. Auf diese Weise bleibt alles fresh, ey! Test bestanden und so kann man ihre Aufforderung beinahe als künstlerischen Imperativ an sich selbst verstehen.







